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NDM 2018 Vorschau

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Posted By NDM

Duell der Stars: Timo Boll zum Zwölften oder Dimitrij Ovtcharov zum Zweiten?

Gewinnt Rekordmeister Timo Boll seinen 12. Einzeltitel oder setzt sich der Weltranglisten-Erste Dimitrij Ovtcharov zum zweiten Mal nach 2014 die Krone auf? Das Duell der beiden Weltstars im Sportforum Berlin in Hohenschönhausen steht fraglos im Mittelpunkt der 86. Nationalen Deutschen Meisterschaften der Damen und Herren. Zudem darf auch die Bundeshauptstadt selbst auf den Verbleib eines Titels an der Spree hoffen: Favoritin bei den Damen ist mit Petrissa Solja eine Spielerin des Durchführers ttc berlin eastside. Berlin erlebt, drei Austragungen des ehemaligen DTTV eingeschlossen, zum 14. Mal nationale Titelkämpfe und – nach 1997 und 2012 – die dritten nach der Wiedervereinigung.

Stelldichein der Weltklasse an der Spree
Die Frage nach den neuen Meistern im Einzel und im Doppel wird zwar erst am Nachmittag des 4. März beantwortet sein, doch auch schon an den beiden DM-Tagen zuvor ist im historischen Ambiente des altehrwürdigen Sportforums einmal mehr Tischtennis der Extraklasse. Insgesamt gehen im Einzelturnier 48 Damen und 48 Herren in Berlin an den Start. Bevor am Samstag die jeweils 16 Topgesetzten erstmals in der Runde der besten 32 eingreifen, spielen am Freitag 32 Athleten in den Gruppenspielen um 16 freie Plätze im Hauptfeld.

Sieben deutsche Herren unter den Top 50 der Welt
Bei den Herren ist der zweimalige Einzel-Europameister Dimitrij Ovtcharov, der bislang nur 2014 den Titel gewinnen konnte, vor dem elfmaligen deutschen Rekordeinzelmeister Timo Boll gesetzt, der Anfang Februar zum sechsten Mal das Europe Top 16 durch einen Finalerfolg über Ovtcharov für sich entscheiden konnte und in Berlin als Titelverteidiger an den Start geht. Das Duell der Superstars ist stets offen: Im Jahr 2017 hatte Ovtcharov beim World Cup sowie bei den China und den German Open die Nase vorne gehabt. Timo Boll: „Ich hoffe, dass ich Berlin Titel Nummer 12 hole. Aber wir haben eine starke Konkurrenz in den Reihen, vor allem natürlich Dima. Alles ist offen.“

Wenngleich Deutschlands Topasse – bei Redaktionsschluss Ende Februar waren Ovtcharov an Position eins, Boll an Nummer drei der Weltrangliste notiert – stets im Mittelpunkt des Geschehens stehen, hinter dem Ausnahme-Duo hat Deutschland gleich fünf weitere Spieler, die ebenfalls unter den Top 50 der Welt notiert sind. So zählen in Berlin auch der aktuell beste Abwehrspieler der Welt, der Fuldaer Ruwen Filus (Position 20), Doppel-Titelverteidiger Ricardo Walther (28), der zweimalige Einzelmeister Bastian Steger (33), Doppel-Europameister Patrick Franziska (38) und der Bergneustädter Benedikt Duda (49) zum engsten Kreis der Medaillenanwärter.

Holt Petrissa Solja ihren zweiten Titel?
Bei den Damen wird Doppel-Europameisterin Kristin Lang (geborene Silbereisen), die sich bereits dreimal in die Siegerliste eintragen konnte, ihren Titel nicht verteidigen. Die ehemalige eastside-Spielerin, die aktuell in Kolbermoor spielt, wurde Ende Januar Mutter. Aus ähnlich freudigen Motiven geht Berlins Lokalmatadorin Shan Xiaona diesmal nicht an den Start. Deutschlands aktuelle Spitzenspielerin wird zur Zeit der Deutschen Meisterschaften im sechsten Monat schwanger sein. Ihre Vereinskollegin Kathrin Mühlbach erwartet ebenfalls ein Kind. Eastside-Präsident Alexander Teichmann kommentiert trocken: „In unserem Verein herrscht ein fruchtbares Klima.“

Favorisiert sind in Abwesenheit von Lang und Shan zwei olympische Silbermedaillengewinnerinnen von Rio: Die bei Champions-League-Sieger berlin eastside unter Vertrag stehende Petrissa Solja sowie das beim polnischen Meister Tarnobrzeg spielende Defensivass Han Ying. Die 23-Jährige Solja, die zuletzt eine mehr als halbjährige Pause einlegte, gewann 2015 den nationalen Titel und sicherte sich im Jahr 2017 bei den Weltmeisterschaften in Düsseldorf die Bronzemedaille im Mixed. Der Wahl-Düssel­dorferin Han Ying, die 2017 fast durchgehend unter den Top 10 der Welt geführt wurde und immer noch zu den besten Spielerinnen der Welt zu zählen ist, fehlt der nationale Titel noch in der Sammlung. Ebenfalls zum Favoritenkreis zählen Sabine Winter (Kolbermoor), die Dritte des Europe Top 16 im Jahr 2017, sowie die ehemalige Jugend-Europameisterin Nina Mittelham (Bad Driburg). Das inzwischen auf Position 70 der Weltrangliste vorgerückte Talent möchte ebenfalls in den Titelkampf eingreifen. Immer für einen Medaillengewinn bei nationalen Titelkämpfen gut ist auch die ehemalige Berlinerin Tanja Krämer (Busenbach).

DTTB-Sportdirektor Richard Prause freut sich acht Wochen vor Beginn der Team-Weltmeisterschaften in Halmstad (Schweden) auf die Duelle seiner Weltranglistenspieler mit dem Rest der nationalen Elite: „Wir werden eine sehenswerte, hochklassige DM in Berlin sehen.“ Prause, selbst Einzelfinalist 1993, weiß: „Diesen Titel wollen alle. Nur wer verletzt ist, bleibt zu Hause.“

Mannfred Schillings

 


 

Qualifikation zur Tischtennis-DM 2018: Berlin, Berlin – wer fährt nach Berlin?

Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin: Das beinahe schon legendäre Motto ist in diesen Wochen auch in der deutschen Tischtennis-Szene Programm. Für viele Aktive im ganzen Land sind die nationalen Einzel-Meisterschaften am ersten März-Wochenende in der Hauptstadt der Saisonhöhepunkt und das ganz große Ziel.

Doch der Platz ist begrenzt: 48 Aktive nehmen sowohl bei den Damen als auch bei den Herren an den dritten Titelkämpfen in Berlin seit der Wiedervereinigung (vorher 1997 und 2012) teil. Das Hauptfeld in den beiden Einzel-Konkurrenzen bilden 32 Teilnehmer. Die Zusammenstellung erfolgt durch die Setzung der stärksten 16 sowie eine Qualifikation mit jeweils acht Vierer-Gruppen, aus denen die jeweils zwei Besten die erste Hauptrunde erreichen.

Die Auslese für eine NDM beginnt schon frühzeitig: Ihren Platz von Anfang an sicher haben durch eine Nominierung des DTTB-Ausschusses für Leistungssport die Mitglieder der voraussichtlichen Aufgebote für internationale Titelkämpfe, die auch dem A- und B-Kader des DTTB angehören. Quasi durch eine Wildcard dabei sind darüber hinaus ebenfalls nach einer Nominierung durch den Leistungssport-Ausschuss auch Aktive, die aufgrund ihres Engagements bei einem Verein im Ausland keine Gelegenheit zur Teilnahme an nationalen Ausscheidungsturnieren haben und zugleich zu den Top 100 der Weltrangliste gehören. Zwei weitere Startplätze sind auch für Nominierungen durch den Jugendsport-Ausschuss, die auf Antrag und gemäß der nationalen Ranglisten vorgenommen werden, reserviert.

Sportlich erfolgt die Vergabe der ersten NDM-Tickets beim Bundesranglistenfinale. Die Sieger und die jeweils zwölf Besten dahinter sichern sich dabei persönliche Startplätze.

Vom Ergebnis des Bundesranglistenfinales abgeleitet werden 19 weitere NDM-Startberechtigungen ausgespielt. Bei den Meisterschaften der Landesverbände streiten die Teilnehmer jeweils um die Anzahl von Plätzen, die Spieler aus dem jeweiligen Landesverband beim Bundesranglistenfinale von Position 14 bis 32 belegt haben.

Ist nach dieser Qualifikationsstufe eine der acht DTTB-Regionen weiterhin ohne einen bis zwei NDM-Teilnehmer, erfolgt sozusagen eine quotierte Auffüllung des Starterfeldes unter Berücksichtigung geographischer Aspekte. Die verbleibenden Lücken schließt der Leistungssport-Ausschuss durch die Besetzung sogenannter Verfügungsplätze bspw. mit Härtefällen nach Verletzung oder Schule/Ausbildung.

Sollte von den beim Bundesranglistenfinale persönlich qualifizierten Aktiven ein oder mehrere Teilnehmer für die NDM ausfallen, geht der Platz in das Kontingent der Verfügungsplätze über. Bei Absagen aus dem Kreis der über die Landesmeisterschaften qualifizierten Teilnehmer sorgen die jeweiligen Verbände für Nachrücker.